Emevi, Kasiyun und ikonische Fotografien
Von Ahmet Özay
Die andauernde Debatte über die „Umayyaden-Moschee" im Kontext militärischer und politischer Ziele setzt sich trotz der vergangenen zehn Jahre unvermindert über Symbole fort.
Abgesehen von der Qualität des Begriffs „Umayyaden-Moschee" bei der Meinungsbildung der Massen werden die Massen durch die Symbole, für die sie Partei ergreifen, mit der syrischen Geschichte und Geographie vertraut – „Damaskus", „Berg Qasioun", „Zitadelle von Aleppo".
Ikonische Momente
Momente, die historisch sind oder historisch werden könnten, werden als „ikonische Momente" bezeichnet. Bilder, die zu diesem Zweck aufgenommen werden, werden als ikonische Fotografien bezeichnet.
Diese Momente werden durch Handlungen und Aufzeichnungen verewigt, die die Zukunft prägen werden. Hegemonie über Zeit und Raum durch Bilder und Filme zu etablieren, ist nicht nur Regierungen vorbehalten.
Hitlers Badewanne
Solche Botschaften werden nicht nur bei uns vermittelt. Vielleicht das bedeutendste Bild wurde nach dem Zweiten Weltkrieg in Berlin aufgenommen. Nach dem Einmarsch der russischen Armeen in Berlin in den letzten Kriegstagen besetzten auch die amerikanischen Armeen West-Berlin.
Zur Erinnerung an diesen Sieg badete 1945 die amerikanische Militärfotografin Lee Miller in einer Badewanne des deutschen Diktators Adolf Hitler und fotografierte sich selbst. Dieses Bild wird verwendet, um die absolute Niederlage des Nazi-Regimes darzustellen.
Kommen wir zu Damaskus
Wenn jedoch der Herausforderer ein Türke ist, ändern sich die Dinge. Man sagt „Was haben wir in Syrien zu suchen". Man sagt „Israel hat gewonnen". Man trifft sogar auf Menschen, die Heldengeschichten für Israel schreiben, während sie die historischen Aufnahmen von Ibrahim Kalin und Hakan Fidan in der „Umayyaden-Moschee" und auf dem „Berg Qasioun" in Damaskus betrachten.
Die Türkei hat in Aleppo und Damaskus Geschichte geschrieben. „Wenn Aleppo dort ist, ist das Maß hier" wurde gesagt und alle Rechnungen wurden durcheinandergebracht.
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