Merz' Prestigebesuch
Von Ahmet Özay
Bundeskanzler Friedrich Merz macht heute seinen ersten offiziellen Besuch in der Türkei seit seinem Amtsantritt. Merz, der in Ankara mit Präsident Recep Tayyip Erdoğan zusammentreffen wird, hat Verteidigung, Handel, Migration und Außenpolitik auf seiner Agenda.
Für Merz, der in der deutschen Innenpolitik unter Druck steht, ist dieser Besuch sowohl für das Prestige als auch für die Stärkung seiner Position in Europa von entscheidender Bedeutung.
Neue Ära in den Beziehungen
Obwohl er von der deutschen Presse verleumdet und diskreditiert wird, verfolgt Merz eine entschlossene und energische Politik in den Bereichen Verteidigung und Migration. Dass er noch nicht Griechenland besucht hat, ist ebenfalls bemerkenswert.
Dass der deutsche Bundeskanzler einen Tag nach dem mit Großbritannien unterzeichneten Eurofighter-Typhoon-Kampfflugzeug-Abkommen nach Ankara kommt, ist kein Zufall. Eurofighter sind eine deutsch-britische Koproduktion.
Die deutsch-türkischen Beziehungen hatten in der Merkel-Ära vor dem 15. Juli 2016 in vielen Bereichen ihren Höhepunkt erreicht. Auch unter Bundeskanzler Friedrich Merz gibt es viele neue Schritte, die auf eine solche Ära hindeuten. Zu diesen Schritten gehört auch die Wiederaufnahme der Türkei in die EU-Plattformen.
Kommentare werden geladen...
Verwandte Artikel
Eine Fahrt auf den sieben Meeren
„Die Türkischen Streitkräfte, die von Somalia bis Libyen und vom Roten Meer bis zum Indischen Ozean in einem weiten Einsatzgebiet operieren, werden in den kommenden drei Monaten im Geiste der 'sieben Meeren‘ neue Horizonte in der Adria, im Atlantik und in der Ostsee erschließen.
Weiterlesen„Atlantikmauer“ von den USA nach Europa
Bislang war die Expansion der Vereinigten Staaten vor allem nach Westen und Süden gerichtet. Mit dem Anspruch auf Grönland rückt Washington jedoch erstmals eine Ausdehnung in Richtung Europa in den Fokus. Während US-Präsident Donald Trump offen europäisches Territorium ins Spiel bringt, sieht sich Europa nach Russland nun auch mit einer amerikanischen Bedrohung konfrontiert. Gleichzeitig reduzieren die USA schrittweise ihre militärische Präsenz in Europa und konzentrieren sich auf eine neue, auf der Nordhalbkugel verankerte Sicherheitsarchitektur entlang der Achse Venezuela–Kuba–Grönland. Anders formuliert: Die USA scheinen sich nicht auf den Bau einer neuen „Berliner Mauer“, sondern auf eine sich selbst schützende „Atlantikmauer“ zuzubewegen.
WeiterlesenRealpolitik und Geopolitik beendeten die Anti-Türkei-Haltung
Bundeskanzler Merz besuchte diese Woche die Türkei. Realpolitik oder geopolitischer Realismus hat den dogmatischen Anti-Türkei-Prozess beendet, der in den europäischen Hauptstädten das letzte Jahrzehnt geprägt hat.
WeiterlesenAllianz gegen AfD hat gewonnen
Die zweite Runde der Kommunalwahlen im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen endete mit dem Erfolg von Mitte-Rechts und Sozialdemokraten. Die rechtsextreme AfD konnte keinen einzigen Bürgermeisterposten gewinnen.
Weiterlesen